Mit Atemnot richtig umgehen
Eine gute Vorbereitung ist das "A" und "0", wenn Sie eine Atemnot-
situation schnell in den Griff bekommen wollen. In Zusammenarbeit mit
Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sollten Sie sich einen "Notfallplan" aufstellen, der
Ihnen bei der Bewältigung von akuten AtemnotSituationen behilflich sein
kann.
Die beste Position während eines Asthmaanfalls:
Mit auseinander gesetzten Beinen locker nach vorne beugen und die Ellenbogen auf die Oberschenkel stützen (sogenannter Kutschersitz).
Bei schwerer und langanhaltender Atemnot sollten Sie sich an einen Tisch setzen
und den Oberkörper auf zwei übereinandergelegten Kissen ruhen lassen.
Es gibt noch viele andere atemerleichternde Positionen, die in speziellen Asthmaschulungen unter
Anleitung eines Physiotherapeuten eingeübt
werden können. Generell gilt, daß Sie die für Sie angenehmste Stellung
herausfinden
müssen.
Die Behandlung nächtlicher Atemnot
Ein besonderes Problem, mit dem viele Asthmatiker zu kämpfen haben,
ist die nächtliche Atemnot. Warum stellt sich häufig gerade zwischen 3
und 4 Uhr morgens Hustenreiz ein, der sich schließlich bis zum akuten Atemnotanfall steigern kann?
Die Atmung unterliegt wie viele andere Körperfunktionen auch einem TagNachtRhythmus. Unsere
innere Uhr steuert neben dem Blutdruck,
der Körpertemperatur und der Hormonproduktion die Weite der
Bronchien. Auch beim Gesunden sind die Bronchien nachts enger als
am Tage, ohne daß es
deswegen zu Luftnot kommt. Bei einem überempfindlichen Bronchialsystem kann diese
Verengung jedoch derart zunehmen, daß sich daraus ein Asthmaanfall
mit akuter Atemnot entwickelt.
Doch wie kann man diese Anfälle nächtlicher Atemnot in den Griff
bekommen?
Das Wichtigste ist sicherlich die gute Behandlung des Asthmas am Tage.
Wenn die
Überempfindlichkeit und Entzündung der Bronchien konsequent bekämpft wird, ist die Atmung auch in der Nacht weniger anfällig. Hier stellt gerade die regelmäßige Inhalation Ihres verordneten
entzündungshem-
menden Präparates eine wichtige Voraussetzung für die Verhinderung nächtlicher Atemnotanfälle dar. Zusätzlich sollten Sie sich durch Auswahl geeigneter Medikamente auf die Nacht
vorbereiten. Es besteht die
Möglichkeit, ein langwirkendes Theophyllin-Präparat oder BetaMimetikum
als Tablette einzunehmen, dessen Wirkung über die gesamte
Nacht anhält. Es hat sich aber auch bewährt, kurz vor dem Schlafen ein
BetaMimetikum zu inhalieren. Bisher standen nur Medikamente zur
Verfügung, deren Wirkung nur wenige Stunden anhielt. Mittlerweile sind
jedoch neue Wirkstoffe zur Inhalation entwickelt worden, mit denen eine
bis zu 12 Stunden anhaltende Erweiterung der Bronchien erreicht werden
kann.
Doch auch unter optimaler medikamentöser Behandlung kann eine
nächtliche Atemwegsreizung nicht immer verhindert werden. Wenn Sie
also mit Hustenreiz oder bereits bestehender Atemnot aufwachen, sollten
Sie genau wissen, was zu tun ist.
Tips für den Umgang mit nächtlichem Asthma
Warten Sie nicht einfach ab!
Setzen Sie sich aufrecht auf die Bettkante, und versuchen Sie, ruhig durchzuatmen.
Am besten geeignet ist dafür die Einatmung durch die Nase und die
Ausatmung mit der dosierten Lippenbremse.
Nehmen Sie 2 Hübe aus einem griffbereit liegenden DosierAerosol
(oder PulverInhalator) mit einem BetaMimetikum
(evtl. nach 5 bis 10 Minuten wiederholen).
Trinken Sie langsam einige Schlucke eines bereitgestellten Getränks
(z.B. warmen Tee in einer Thermoskanne).
Die meisten Patienten können schon durch diese wenigen Maßnahmen
die Reizung Ihrer Atemwege lindern und so eine Steigerung bis hin zur
Atemnot verhindern. Ist das möglich, messen Sie bitte sofort Ihren PeakFlowWert, um ggf. weitere Notfallmaßnahmen einleiten
zu können.
Eines müssen Sie auf jeden Fall beachten: Setzen Sie Ihre Medikamente niemals abrupt ab, ohne
vorher mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt
Rücksprache gehalten zu haben; das könnte den nächsten Atemnotfall verursachen.
Ich hoffe, daß ich Ihnen hiermit einige sinnvolle Tips für den Notfall
geben konnte.
Trotzdem wünsche ich Ihnen natürlich auf diesem Wege, dass Sie möglichst selten
in diese Notfallsituation kommen werden.
Ihr Christian Seevers
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